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Sachsen-Anhalt: Extreme Ertragsausfälle zu erwarten – Bauern fordern Unterstützung
14. Juni 2018

Aufgrund des Ausbleibens von notwendigen Niederschlägen in den vergangenen Wochen
appellieren die beiden berufsständischen Vertretungen in Sachsen-Anhalt, der Bauernverband
und der Bauernbund, an die Politik, die von der Dürre betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe
nicht alleine zu lassen.

In den vergangenen Wochen haben Gewitter nur kleinräumig und partiell zu einer kurzen
Linderung geführt. Die Lage im Land ist sehr differenziert. Eine grundsätzliche Wetteränderung
ist nicht in Sicht. Auf den leichten Böden in den Altmarkkreisen, im Jerichower Land, der
nördlichen Börde, in Anhalt, Wittenberg und Teilen des Salzlandkreises zeichnen sich extreme
Ertragsminderungen bis hin zu Totalausfällen bei Getreide und Raps ab. Aus Not wurde auf
vielen Schlägen nicht auf die Druschernte gewartet, sondern ungewöhnlich zeitig die
schlechten Bestände als Ganzpflanzenernte ins Silo gebracht. Aber auch auf den besseren
Standorten leiden Getreide, Raps, Hackfrüchte und Sonderkulturen in fast allen Landesteilen
unter extremer Trockenheit und ungewöhnlich früher und starker Hitze.

Es ist absehbar, dass die Getreideernte in einigen Landesteilen bereits Anfang kommender
Woche und damit zwei bis drei Wochen früher als normal beginnt. Kleine Körner, schlechte
Qualitäten und Erträge, die noch unter den niedrigen Ergebnissen des vergangenen Jahres
liegen, werden die Folge sein.

Den Tierhaltern bereitet zudem große Sorge, dass das Grünland und die Futterkulturen
vertrocknen und es kaum einen ertragreichen zweiten Futterschnitt geben wird.
„Wir werden mit Ernteausfällen und Minderungen zu rechnen haben, die weit über das
Wetterrisiko hinausgehen, mit denen die Landwirtschaft gewohnt ist zu leben,“ so der
Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, Olaf Feuerborn.

Die Präsidenten beider Verbände haben deshalb am Rande des Eröffnungsrundganges der
DLG-Feldtage am 12.6.18 die Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt, Prof. Claudia
Dalbert, gebeten, Hilfsmaßnahmen für die von der Trockenheit betroffenen
landwirtschaftlichen Betriebe vorzubereiten und mit den Verantwortlichen der
Landesregierung und mit den ebenfalls betroffenen Bundesländern abzustimmen.

„Wir erwarten von der Politik, alle Möglichkeiten ernsthaft zu prüfen, um den
landwirtschaftlichen Betrieben zu helfen, die unverschuldet in eine existenzbedrohende Lage
gekommen sind. Hilfen könnten sein, Steuerforderungen auszusetzen, Liquiditätsdarlehen zu
gewähren und Beratungshilfe zu geben. Ertragsminderungen und die damit verbundenen
finanziellen Ausfälle werden erfahrungsgemäß aus eigener Kraft in den Betrieben nur schwer
abzufangen sein“, so der Präsident des Bauernbundes Sachsen-Anhalt, Jochen Dettmer. 


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