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Heute in Magdeburg: Goldene, Diamantene und Eiserne Hochzeitspaare im Alten Rathaus geehrt
Magdeburg, den 13. Juni 2018


Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing Jubelpaare


Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute im Alten Rathaus Ehepaare empfangen, die zwischen dem 1. und 25. Mai 2018 ihre Goldene, Diamantene oder Eiserne Hochzeit gefeiert haben. Bei Kaffee und Kuchen hatten die Jubelpaare Gelegenheit, mit dem Oberbürgermeister und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte das Blockflötentrio TriAngeli des Georg-Philipp-Telemann-Konservatoriums mit Lara Ehrhardt, Josephine Seifert und Clara Luca Sommer.
 
"Der feierliche Empfang der Jubelpaare ist mehr als eine schöne Tradition", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Er ist vor allem Dank und Anerkennung für die Treue zu Magdeburg und die geleistete Arbeit. Die Paare haben den Wandel der Zeiten, aber auch die Veränderungen in unserer Stadt über Jahrzehnte miterlebt, begleitet und selbst gestaltet. Heute beteiligen sich ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger auf verschiedenen Ebenen an der Gemeinwesenarbeit. Ich danke daher allen, die sich im Alter ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren."
 
In die Gratulation schloss der Oberbürgermeister Erinnerungen an die Jahre der Eheschließungen ein und betrachtete die stadtgeschichtlichen Ereignisse: "Die 50er und 60er Jahre standen ganz im Zeichen des Neuanfangs und waren geprägt von zahlreichen Veränderungen." So wurde 1953 u.a. der Grundstein zum Aufbau des Zentralen Platzes gelegt, der erstmals 1207 erwähnte Breite Weg erhielt den Namen Karl-Marx-Straße und die Marienkirche des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Klosters Unser Lieben Frauen wurde nach langjährigen Restaurierungsarbeiten wieder zur Nutzung freigegeben. Zudem fanden ab Heiligabend in der Nicolaikirche in der Neustadt wieder Gottesdienste statt.
 
1958 wurden u.a. die Südfront der Stadttheaterruine gesprengt und die Mauersteine für den weiteren Ausbau der Stadthalle verwendet. Zudem wurden mit der Eröffnung neuer Kinderkrippen insgesamt 900 Krippenplätze in Magdeburg geschaffen, vom 25. Mai bis 1. Juni fanden die Magdeburger Kulturfesttage statt und im August wurde die LPG Rothensee gegründet, der damals 32 bäuerliche Betriebe angehörten. Das städtische Puppentheater in der Warschauer Straße öffnete seine Pforten und das Palast-Filmtheater erwartete ab Herbst seine Besucher.
 
In der gesamten DDR erfolgten ab 1958 die Abschaffung der Lebensmittelkarten und die Aufhebung der Rationierung. 1961 sorgte der Bau der Berliner Mauer für die endgültige Trennung von Ost- und West-Berlin. 1964 wurde der Wehrdienst ohne Waffe eingeführt. Rentner durften ab 1964 einmal jährlich zu Verwandtenbesuchen in die BRD reisen. 1966 ging bei Rheinsberg das erste Kernkraftwerk der DDR ans Netz. 1967 löste das Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR die gemeinsame Staatsbürgerschaft ab und die Mark der Deutschen Notenbank wurde in Mark der DDR umbenannt. Im April 1968 trat die neue Verfassung der DDR in Kraft.
 
Geprägt durch die zahlreichen Veränderungen waren die 1960er Jahre auch in Magdeburg eine Zeit des Auf- und Umbruchs. Nach und nach entwickelte sich die Stadt immer weiter, Großsiedlungskomplexe und Wohnungen wurden aufgebaut, die Elbestadt wurde zur Arbeiterstadt und Stadt des Schwermaschinenbaus. 1968 wurde in Magdeburg-Südwest eine Kinderambulanz mit 63 Betten übergeben, im Nordabschnitt der Karl-Marx-Straße öffnete im Juli die Otto-von-Guericke-Buchhandlung und im August fanden auf dem Flugplatz die Weltmeisterschaften im Motorkunstflug statt. Zudem wurde im September 1968 ein großer Festgottesdienst anlässlich der 1.000-jährigen Wiederkehr der Gründung des Erzbistums Magdeburg abgehalten. Auch im Dom und in der Kirche St. Sebastian fanden dazu festliche Veranstaltungen statt. Ebenfalls im Herbst wurde in der Gröperstraße die neue Synagoge für die Magdeburger Jüdische Gemeinde eingeweiht.
 
Darüber hinaus veränderten viele städtebauliche Projekte das Leben in der Stadt. Dazu gehörten die Eröffnung des Kinderkaufhauses, der Eis-Milch-Bar "Marietta" und der ersten Fischgaststätte im Bezirk, das "Gastmahl des Meeres", die Fertigstellung des 10-geschossigen Gebäudes von RFT in der Lübecker Straße, die Übergabe der ersten 60 Kleinstwohnungen auf der Westseite des Domplatzes, der Einbau der neuen Gleisanlage in der Wilhelm-Pieck-Allee, die Verkehrsfreigabe für das Südende der Jakobstraße und damit für den Anschluss zur neuen Strombrücke sowie die Einrichtung eines ständigen Kindergartens im Krankenhaus Altstadt.
 
Es gab aber auch negative Entwicklungen. So wurden erhaltenswerte Bausubstanz, die den Krieg überstanden hatte, und alte Stadtstrukturen beseitigt, um die sozialistische Großstadt neu aufzubauen. Im Zuge dieser Entwicklung wurde beispielsweise trotz massiver Proteste am 5. April 1956 die Ulrichskirche gesprengt. Die Kirche, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde, passte nicht in das städtebauliche Konzept. Diesen Vorgaben fiel auch die Katharinenkirche zum Opfer. Zwei Jahre nach der Sprengung des Kirchenschiffs wurden auch die Türme abgerissen. An dieser Stelle entstand das "Haus der Lehrer", der heutige Katharinenturm.
 
 
50 Paare, die in den vergangenen Wochen ihre Goldene Hochzeit feierten und 25 Diamantene Hochzeitspaare waren zum heutigen Empfang geladen. Darüber hinaus nutzten auch sieben Eiserne Hochzeitspaare diesen besonderen Rahmen, um die Gratulation des Oberbürgermeisters entgegenzunehmen. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, um Wünsche zu äußern, Anregungen zu geben und Fragen zu stellen. Als Zeichen der Ehrung erhielten die Goldenen Paare Glückwunschurkunden des Landes und eine rote Rose. Den Diamantenen Paaren wurden Glückwunschurkunden des Ministerpräsidenten und der Landeshauptstadt Magdeburg sowie ein Blumenstrauß überreicht. Die Eiserne Paare erhielten einen Blumenstrauß, ein Präsent aus der Partnerstadt Braunschweig, einen Otto-Beutel sowie Glückwunschurkunden des Ministerpräsidenten und des Oberbürgermeisters.
 
Die Ehrung der Hochzeitspaare in der Landeshauptstadt Magdeburg erfolgt seit 1993. Seit 1994 werden die Jubelpaare in das Alte Rathaus eingeladen. So wurden von 1993 bis 2017 insgesamt 13.921 Goldene Paare, 3.265 Diamantene Paare, 713 Eiserne Paare und 65 Gnadenhochzeitspaare geehrt. 2018 waren es 607 Goldene Hochzeiten, 292 Diamantene Hochzeiten, 92 Eiserne Hochzeiten und 12 Gnadenhochzeiten. 2018 werden es voraussichtlich 662 Goldene Hochzeiten, 367 Diamantene, 110 Eiserne und 13 Gnaden­hochzeiten sein.
 
1958 wurden in den Magdeburger Standesämtern 2.394 Eheschließungen vorgenommen, 1968 waren es 1.806 Eheschließungen. Im Jahr 2017 wurden in der Landeshauptstadt Magdeburg 976 Ehen geschlossen sowie 28 Lebenspartnerschaften eingetragen.
 
Die älteste Magdeburgerin ist Käthe Armbrecht mit 106 Jahren, gefolgt von Dorothea Reichelt mit 104 Jahren.


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