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Erste Beratungsstelle für Frauen und Trans/Frauen in der Prostitution in Magdeburg eröffnet.
Die landesweit erste Beratungsstelle für Frauen und Trans / Frauen in der Prostitution hat am Mittwoch in Magdeburg eröffnet. 


Magdeburg . Das Projekt in Trägerschaft des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich akzeptierend mit den sozialen Beratungsthemen von Sexarbeiter/innen auseinander. Der Name der Beratungsstelle ist Magdalena. Damit wird Bezug genommen zur heiligen Maria Magdalena, der biblischen Sünderin und Jüngerin, sowie zur Namensgeberin von Magdeburg.

"Sexarbeit mag zwar kein Beruf wie jeder andere sein. Wer ihn aber ausüben will, soll dies unter rechtsstaatlichen und menschenwürdigen Bedingungen tun können. Sexarbeiter*innen haben das Recht, genauso wie andere, ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten zu können", sagte AWO Vorstand Wolfgang Schuth. Magdalena sei ein niedrigschwelliges akzeptierendes Angebot für Frauen und Trans*Frauen, die in der Prostitution oder im erotischen Dienstleistungsgewerbe tätig sind. Es gehe um Unterstützung für Menschen, die freiwillig in der Sexarbeit tätig sind, und trotzdem Hilfe bedürfen.

"Mit dem am 1. Juli 2017 in Kraft tretenden 'Prostituiertenschutzgesetz' sollen die Rechte von Prostituierten gestärkt, sie vor Gewalt, vor Demütigungen bei Behörden und gesellschaftlicher Stigmatisierung geschützt und ihnen eine gute gesundheitliche Versorgung ermöglicht werden. Anmelde- und Kondompflicht allein werden das nicht erreichen. Ich bin froh, dass die Stadt Magdeburg mit der 'Beratungsstelle für Frauen und Trans*Frauen in der Prostitution' eine niedrigschwellige Beratung und Unterstützung anbietet. Das ist der richtige Weg, um diese Frauen wirklich zu erreichen und ihnen die Hilfe anzubieten, die sie brauchen.", sagte AWO Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen.

Die Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. schafft mit dem dreijährigen Projekt ein offenes Angebot für Frauen und Trans*Frauen in der Sexarbeit bis 27 Jahre mit deutscher und  nicht-deutscher Staatsangehörigkeit. In der Beratungsstelle gibt es zum Beispiel mehrsprachige Informationsmaterialien zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Die Mitarbeiterinnen informieren unter anderem zum Prostituiertenschutzgesetz, beraten zu Themen wie Sozialleistungen, Steuern und berufliche Orientierung, unterstützen bei Behördengängen und stehen in Krisensituationen bei. Die Beratung erfolgt anonym, kostenfrei und unabhängig. Der Treff bietet außerdem die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum zu treffen, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Parallel dazu wird im Projekt der Streetworkansatz verfolgt. Dabei werden regelmäßig Orte aufgesucht, an denen Prostitution stattfindet.

Magdalena ist ein von Aktion Mensch gefördertes Projekt.

Bild v.l.  : Heike Ponitka, Leiterin Amt für Gleichstellung der Stadt Magdeburg und Gleichstellungsbeauftragte,
Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen, AWO Präsidiumsmitglied und ehemalige Justiz- und Gleichstellungsministerin
sowie AWO Vorstand Wolfgang Schuth
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